Gelingende Entwicklung im Erwachsenenalter: Selbstgestaltung und Selbststabilisierung im Umgang mit Krisen

18. Juni 2018

18:30 Uhr
O 25 Hörsaal 1 (H1) der Uni Ost

studium generale
Ringvorlesung: „Alter(n) besser verstehen“

Prof. Dr. Werner Greve
Institut für Psychologie, Universität Hildesheim

Die entwicklungsregulative Bedeutung von Anpassungs- und Stabilisierungsprozessen im mittleren und höheren Erwachsenen- alter ist in zahlreichen Studien gut belegt. Vorgestellt werden sollen mehrere Modelle, die diese Prozesse – insbesondere im Umgang mit Krisen – theoretisch einordnen können. Besonderes Augenmerk soll das Zwei-Prozess-Modell der Entwicklungs- regulation erhalten, das zwei Regulationsmodi unterscheidet: Im assimilativen Modus wird das verfolgte Ziel auch gegen Widerstände beibehalten, allerdings erforderlichenfalls Mittel der Zielerreichung angepasst, während im akkommodativen Modus die Ziele selbst an die (wahrgenommenen) Möglichkeiten adaptiert werden. Ein zentrales Thema des Vortrags wird es sein, wie in solchen Theorien die Stabilität von Identität und Selbst, aber auch die Überwindung von Krisen und Herausforderungen besser verstanden werden kann.

Ein zweites Thema wird die Frage sein, wie die dafür notwendigen oder hilfreichen Voraussetzungen (Fähigkeiten) erworben und gefördert werden können. Eine Argumentation wird sich hier insbesondere darauf richten, dass frühe Vorbereitung besonders aussichtsreich zu sein scheint: „(Gelingendes) Altern beginnt jung“. Unter der Perspektive des Lebensspannenansatzes der Entwicklungspsychologie soll diskutiert werden, ob es lebensübergreifende Regulationsprozesse und Entwicklungs- dynamiken gibt, die sich in der Form wandeln, in der Funktion aber stabil sind – und was sich aus ihnen für ein gelingendes Alter(n) womöglich lernen lässt.