Forschungs- und Lehrboni verliehen

Mit Forschungsboni wurden herausragende Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet; 1. Reihe (v.l.): Prof. Olga Pollatos, Dr. Tabea Wolf; 2. Reihe (v.l.): Prof. Joachim Ankerhold (Vizepräsident für Forschung und Informationstechnologie), Dietrich Engmann (UUG-Geschäftsführer); 3. Reihe (v.l.) Dr. Markus Johannes Deiß, Prof. Johannes Hecker Denschlag, Prof. Alexander Lindner, Dr. Peter Hieber (Foto: Elvira Eberhardt)

 

Herausragende Nachwuchsforscher und engagierte Lehrende ausgezeichnet

Die Universität Ulm ehrt alljährlich mit den Forschungs- und Lehrboni herausragende Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher sowie besonders engagierte Lehrende. Ein Beispiel dafür ist das Wahlfach „Surgical Skills Lab“, in dem Medizinstudierende praktische chirurgische Fähigkeiten trainieren.

Mit Forschungsboni werden exzellente Leistungen von Nachwuchswissenschaftlern ausgezeichnet. Das Preisgeld von je 10 000 Euro soll die Forscher bei der Vorbereitung von Drittmittel-Anträgen unterstützen. Je zur Hälfte finanzieren die Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) und die Universität die Boni. Zusammen mit Professor Joachim Ankerhold, dem Vizepräsidenten für Forschung und Informationstechnologie, überreichte Dietrich Engmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der UUG, die Urkunden. „Sie arbeiten und forschen laut THE-Ranking an der ‚besten jungen Uni Deutschlands‘. Ihre Forschungsarbeiten tragen dazu bei, diese hervorragende Stellung zu sichern“, so Professor Ankerhold. Die Preisträger sind der Physiker Dr. Markus Deiß, der Mathematiker Dr. Peter Hieber und die Psychologin Dr. Tabea Wolf.

Ultrakalte Quantengase sind das Forschungsfeld von Dr. Markus Johannes Deiß. Der Physiker hat am Institut für Quantenmaterie eine neuartige Methode mitentwickelt, die es erlaubt, den Quantenzustand eines Moleküls mit höchster Auflösung zu bestimmen. In Zukunft will der 34-Jährige damit chemische Prozesse auf fundamentaler Ebene untersuchen.

Dr. Peter Hieber beschäftigt sich am Institut für Versicherungswissenschaften mit dem Risikomanagement von fondsgebundenen Lebensversicherungen mit Zinsgarantien. Viele Lebensversicherungskonzerne stehen durch die steigende Lebenserwartung und eine weiter anhaltende Niedrigzinsphase mit diesen Produkten aktuell vor Problemen.

In der Abteilung Entwicklungspsychologie widmet sich Dr. Tabea Wolf dem autobiographischen Gedächtnis und der Frage, warum sich Menschen erinnern. Sie erforscht, wie sich die Funktionen von Erinnerungen über das Leben hinweg verändern und ob Erinnerungen aus verschiedenen Lebensphasen unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Bei der Verleihung am Dienstagnachmittag in der Villa Eberhardt wurden zudem der Lehrforschungspreis der Medizinischen Fakultät und die Zertifikate für Hochschuldidaktik übergeben.

Lehrforschungspreis zeichnete hochwertige Veröffentlichungen aus

Die Medizinische Fakultät ehrte mit dem Lehrforschungspreis qualitativ hochwertige Publikationen aus dem Bereich der Lehrforschung. In diesem Jahr wurden Dr. Jens Dreyhaupt, Mitarbeiter am Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie sowie Oliver Keis, Leiter der Arbeitsstelle Evaluation und Qualitätsmanagement Lehre der Dekanatsverwaltung, ausgezeichnet. Dreyhaupt behandelte in seiner Veröffentlichung in „GMS Journal for Medical Education“ die Cluster-Randomisierung, eine wichtige Methode der Ausbildungsforschung. Der in „BMC Medical Education“ erschienene Beitrag von Keis beschäftigte sich mit den Vor- und Nachteilen von e-Learning-Formaten aus der Perspektive Studierender. Die beiden Geehrten teilen sich das Preisgeld von 2500 Euro.

Lehrboni für engagierte Dozenten und neue Lehrkonzepte

Mit der Vergabe der Lehrboni über je 2000 Euro würdigte die Universität besonders vorbildliches Engagement in der Lehre und innovative Lehrkonzepte. Studierende der vier Fakultäten hatten Dozentinnen und Dozenten dafür vorgeschlagen. Die Übergabe nahm Professorin Irene Bouw, Vizepräsidentin für Lehre und Internationales, vor. „Ich freue mich, dass so viele beeindruckende Lehrkonzepte und Lehrformen heute geehrt werden können. Dies unterstreicht den großen Stellenwert der Lehre an der Universität Ulm“, so die Mathematikerin, die an diesem Tag eine Doppelrolle innehatte. Denn die Vizepräsidentin war auch unter den Geehrten.

Auf Vorschlag der Fachschaft Mathematik erhielten Professorin Irene Bouw, Manuel Bernhard und Dr. Manfred Sauter für ihr Engagement beim Projekt „PASST!“ den Lehrbonus der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften. Mit „PASST!“ sollen Mathematikstudenten zu Studienbeginn individuelle Unterstützung erhalten. Dazu wurden kleine Kolloquien konzipiert, in denen den Erstsemestern die für sie optimale Herangehensweise an Vorlesungsinhalte vermittelt wird. Sie lernen, die mathematischen Sätze und Definitionen zu hinterfragen und anhand einfacher Beispiele zu verstehen.

Für die Einrichtung und Durchführung des Wahlfachs „Surgical Skills Lab“ wurden Professor Benedikt Friemert, PD Dr. Hans-Georg Palm, Dr. Hans-Joachim Riesner, Dr. Patricia Lang, Dr. Gerhard Achatz und Dr. Martin Kulla vom Bundeswehrkrankenhaus Ulm sowie Astrid Horneffer vom Studiendekanat mit dem Lehrbonus der Medizinischen Fakultät ausgezeichnet. In diesem vorklinischen Wahlfach können Medizinstudenten exemplarisch klinische Fälle kennenlernen und bereits erste praktische Fähigkeiten der Chirurgie, zum Beispiel Hygiene oder OP-Vorbereitung, trainieren. Besonders beliebt bei den Studierenden ist die Hospitation in der chirurgischen Notfallambulanz des Bundeswehrkrankenhauses. Die Auszeichnung erfolgt auf Vorschlag der Studiendekane und der studentischen Vertreter der Studienkommission Humanmedizin, Zahnmedizin und Molekulare Medizin.

Aus der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie wurde Professor Franz Hauck, stellvertretender Leiter des Instituts für Verteilte Systeme, für seine vielfältigen Lehrveranstaltungen und seine hochwertige Betreuung ausgezeichnet. Er ermutige die Studierenden zur aktiven Teilnahme und fördere wissenschaftliche Arbeitsmethodik und selbständige Recherche, begründete die Fachbereichsvertretung Informatik ihre Wahl.

Professorin Simone Sommer, Leiterin des Instituts für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik, wurde unter anderem für das „Eco-Health“-Projekt mit dem Lehrbonus der Fakultät für Naturwissenschaften geehrt. Im Projekt „Eco-Health“ wird die Interaktion von Organismen eines Ökosystems und deren Bedeutung für die beteiligten Partner und den gesamten Lebensraum beforscht. Den Studierenden ermöglicht das Projekt interdisziplinäre und internationale Abschlussarbeiten sowie Forschungsexkursionen nach Costa Rica oder Panama. Sommer erhält den Lehrbonus auf Vorschlag der Fachbereichsvertretung Biowissenschaften.

Dozenten bildeten sich im Bereich „Lehren und Lernen“ weiter

Die Zertifikate für Hochschuldidaktik übergab Professorin Irene Bouw gemeinsam mit Dr. Cornelia Estner von der Abteilung Hochschuldidaktik des Zentrums für Lehrentwicklung. Für ihre Weiterbildung im Bereich der universitären Lehre wurden neben den Medizinern Dr. Joachim Bischof, Dr. Andrea Blötz, Alexander Linnemann und Dr. Martin Gorges auch Claudia Rodopman, Dr. Roberto Rojas und Dr. Christine Wiebking (alle Psychologie), der Informatiker Rens van der Heijden, Dr. Christian Vogl (Chemie), Dr. Sebastian Menke (Biologie) sowie der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Mahnke ausgezeichnet.

Text und Medienkontakt: Daniela Stang