Wissen erleben – Uni Ulm in der Stadtmitte

Die Ulmer Universitätsgesellschaft e. V. (UUG), die Fördergesellschaft der Universität Ulm, ist Veranstalter einer erfolgreichen Vortragsreihe. Im Vordergrund stehen dabei dreimal im Jahr aktuelle Themen aus den verschiedenen Fachbereichen der Universität, vorgetragen von hervorragenden Wissenschaftlern. Und um den Kontakt zwischen der Universität und den Bürgern ihrer Region zu verbessern, finden diese Vorträge nicht in der Universität, sondern in der Stadtmitte von Ulm statt. Damit erfüllt die UUG auch eine ihrer Aufgaben.

Die seit Sommer 2010 durchgeführten Vorträge finden Sie hier: userfiles/file/Vortragsreihen%20der%20UUG%20bis%20Sommer%202015.pdf

Die 14. Vortragsreihe im Studio der Sparkasse Ulm, Geschwister-Scholl-Platz 2, 89073 Ulm (Neue Mitte) startet am 18. Juli 2015.

Samstag, 18. Juli 2015, 11:00 Uhr

Auf der Suche nach unserer Individualität -
Die biologischen Grundlagen der Persönlichkeit

Prof. Dr. Christian Montag
Leiter der Abteilung Molekulare Psychologie am Institut für Psychologie und Pädagogik
Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie

Universität Ulm

Eine der großen Fragen in unserem Leben lautet „Warum bin ich so, wie ich bin?“. Eine Beantwortung dieser Frage ist auch neben der Befriedigung der menschlichen Neugierde von großem Interesse. In diesem Kontext ist bekannt, dass Persönlichkeitseigenschaften mit Berufserfolg, Gesundheitsverhalten, aber auch mit der Anfälligkeit für affektive Erkrankungen wie der Depression zu leiden, in Zusammenhang stehen.

Die moderne Hirnforschung versucht nun, die biologischen Grundlagen der Persönlichkeit unter anderem mit molekulargenetischen und bildgebenden Verfahren des Gehirns zu erforschen. In dem Vortrag wird ein Überblick über die aktuelle Befundlage in diesem Forschungsfeld gegeben.  In dem Vortrag wird zusätzlich versucht, auf einige wichtige Fragen eine Antwort zu finden. Dazu gehören: Was ist Persönlichkeit? Ist Persönlichkeit veränderbar? Können wir von Hirnscans oder unserer DNA unsere Persönlichkeit ablesen? Wie hängen Genetik und Umwelt mit Hinblick auf unsere Persönlichkeit zusammen?


Samstag, 25. Juli 2015, 11:00 Uhr

Polymere in der Medizin –
Innovative Materialien zur Therapie und Diagnostik von Erkrankungen

Prof. Dr. Tanja Weil
Direktorin des Instituts für Organische Chemie III
Fachbereich Chemie der Fakultät für Naturwissenschaften
Universität Ulm

Im Vortrag werden neue Einblicke in das aufstrebende Feld der Polymertherapeutika und der Nanomedizin gegeben. Die verwendeten Materialien bestehen aus außerordentlich kleinen Bausteinen, die Maße von oft nur wenigen Milliardstel Metern (Nanometer) aufweisen. Inspiriert von Prinzipien der Natur gelingt es inzwischen, Makromoleküle mit einem hohen Maß an struktureller Präzision herzustellen. Diese ermöglichen aufgrund ihrer Größe und Funktionen oft ungeahnte Möglichkeiten für die Therapie und Diagnostik von zum Teil schweren Erkrankungen.

Ziel ist es zum Beispiel, geschickt verpackte Medikamente effektiver an den Zielort im Körper zu transportieren. Diese können dort eine höhere Wirksamkeit aufweisen und weniger Nebenwirkungen hervorrufen.
Nano-Diagnostika sollen krankes Gewebe in bildgebenden Untersuchungsverfahren besser sichtbar machen oder beispielsweise ermöglichen, den Transport von Wirkstoffen gezielt zu verfolgen. Jedes Medikament zeigt bekannter weise bestimmte Risiken und Nebenwirkungen. Welche Gefahren könnten Nano-Materialien aufweisen?

 

Samstag, 08. August 2015, 11:00 Uhr

Alzheimer, Parkinson und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) – 
Behandlungsstrategien degenerativer Hirnerkrankungen heute und morgen

Prof. Dr. med. Albert C. Ludolph
Ärztlicher Direktor des Fachbereiches Neurologie
Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm

Die altersabhängigen Erkrankungen des Gehirns sind eine Bedrohung unserer Sozialsysteme. Behandlungsoptionen im Jahr 2015 bestehen aus pharmakologischen Ansätzen. Dazu gehört auch, das Umfeld an die Fähigkeiten des Patienten anzupassen, Restfunktionen zu nutzen und zu fördern, aber auch das Umfeld und den Patienten selbst vor Auswirkungen der Erkrankung zu schützen.

Während die Häufigkeiten von Parkinson und ALS stabil bleiben, gibt es bei der Alzheimererkrankung unter den gut Ausgebildeten und sozial Privilegierten Veränderungen: die Zahl der Demenzen sinkt. Dies wird so interpretiert, dass von diesen Bevölkerungsgruppen bekannte Risikofaktoren wie Übergewicht, Hypertonus und Bewegungsmangel bewusster und vermehrt präventiv angegangen werden.