Wissen erleben – Uni Ulm in der Stadtmitte

Die Ulmer Universitätsgesellschaft e. V. (UUG), die Fördergesellschaft der Universität Ulm, ist Veranstalter einer erfolgreichen Vortragsreihe. Im Vordergrund stehen dabei dreimal im Jahr aktuelle Themen aus den verschiedenen Fachbereichen der Universität, vorgetragen von hervorragenden Wissenschaftlern. Und um den Kontakt zwischen der Universität und den Bürgern ihrer Region zu verbessern, finden diese Vorträge nicht in der Universität, sondern in der Stadtmitte von Ulm statt. Damit erfüllt die UUG auch eine ihrer Aufgaben.

Die 13. Vortragsreihe im Studio der Sparkasse Ulm, Geschwister-Scholl-Platz 2, 89073 Ulm (Neue Mitte) ist an folgenden Terminen vorgesehen:

Samstag, 28. Februar 2015, 11:00 Uhr

Das innere Leben von Zellen –
Wie die Physik Licht in die Biologie bringt

Prof. Dr. Jens Michaelis

Institut für Biophysik
Fakultät für Naturwissenschaften

Universität Ulm

 

Die Entwicklungen der Molekularbiologie und Strukturbiologie haben in den letzten Jahrzehnten unser Verständnis von zellulären Prozessen revolutioniert. Derartige Entwicklungen sind insbesondere auch für moderne pharmazeutische und medizinische Ansätze von größter Bedeutung, denn zukunftsträchtige Behandlungsweisen beruhen häufig auf einem detaillierten Verständnis molekularer und zellulärer Zusammenhänge.
Einen weiteren Erkenntnissprung kann man nun erhalten, indem man molekulare Prozesse direkt und auf der Ebene einzelner Moleküle untersucht. Hierzu müssen jedoch neuartige physikalische Methoden der selektiven Spektroskopie und Mikroskopie neu entwickelt werden. Beispielsweise können durch gezieltes Anbringen von Farbstoffmolekülen an Eiweißmoleküle deren Struktur und Dynamik direkt beobachtbar gemacht werden. Benutzt man dabei ein regelrechtes Netzwerk von Markierungspunkten, so können ähnlich wie beim Navigationsgerät im Auto  Abstände auf molekularer Ebene bestimmt werden. Ein solches Nanopositionierungssystem (Abbildung) kann nun helfen, den Ablauf elementare zelluläre Prozesse besser zu verstehen und dadurch gezielt zu untersuchen, wie bestimmte Missstände verhindert oder behoben werden können.


Samstag, 07. März 2015, 11:00 Uhr

Schlüsseltechnologien für
Kommunikation und Datenverarbeitung:
Nanoelektronik und Photonik

Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling

Präsident der Universität Ulm

Institut für Optoelektronik
Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik

 

Die Fortschritte der Kommunikationstechnik haben die Welt in den letzten 20 Jahren revolutioniert. Dank moderner Digitaltechnik beobachten wir eine zunehmende Konversion von Hörfunk, Fernsehen, Telefonie und Internet zu einem umfassenden individuellen Multimedia-Informationsangebot.
Die Übertragung der anfallenden riesigen Datenmengen gelingt letztlich nur optisch über ausgeklügelte Glasfasersysteme, die hoch gezüchtete Laserdioden als Photonenquelle nutzen. Die Verarbeitung der Daten erfolgt mit Mikroprozessoren, die mehrere 100 Millionen CMOS-Transistoren enthalten und deren Leistungsfähigkeit gemäß des Mooreschen Gesetzes ständig ansteigt.
Der Vortrag gibt einen Überblick über Grundlagen, Leistungsmerkmale und  Anwendungsbeispiele moderner Kommunikationssysteme unter besonderer Beachtung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Instituts für Optoelektronik der Universität Ulm, der Zentralen Forschung von Infineon Technologies München und der universitären Ausgründung Philips u-l-m photonics.


Samstag, 21. März 2015, 11:00 Uhr

Wie reagieren Pflanzen auf den Klimawandel?
Von globaler Analyse
bis hin zu den Nanowissenschaften

Prof. Dr. Steven Jansen

Institut für Systematische Botanik und Ökologie
Fakultät für Naturwissenschaften
Universität Ulm

 

Pflanzen sind unersetzlich für das Leben auf der Erde. Sie versorgen uns mit Nahrung, Brennstoffen, Textilien, industriellen Rohstoffen und Medikamenten. Sie versorgen unsere Atmosphäre mit Atemluft, schützen uns vor extremen Witterungsbedingungen und dienen der belebten Natur als Nahrung und Unterschlupf.
Heutzutage stellt der Klimawandel eine der größten Herausforderungen des 21. Jahr-hunderts dar und lässt viele Fragen aufkommen: Welchen Einfluss haben höhere Temperaturen und Verschiebungen der Niederschläge auf das Ökosystem Wald?
Welche Bäume sollten Forstwirte kultivieren und welche Auswirkungen hat der steigende CO2-Gehalt in der Atmosphäre auf Pflanzen?
Antworten auf diese Fragen hängen stark von unserem Verständnis ab, wie Pflanzen wachsen und sich an potentiell ändernde Umweltbedingungen anpassen können. Präsentiert werden Beispiele aus der aktuellen Forschung, die von der Betrachtung ganzer Ökosysteme bis hin zum Nano-Maßstab reichen.