Die platzende Wurst, die verschwindende Bierkrone, die zersplitternde Kreide sowie andere Alltagsrätsel aus der Welt der Technischen Mechanik

3. Dezember 2018

18:30 Uhr
O 25 Hörsaal 3 (H3) der Uni Ost

studium generale
Ringvorlesung: „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Dialog“

Prof. Dr. Carl Krill
Dr. Kai Brühe

Beide:
Institut für Funktionelle Nanosysteme
Universität Ulm

Von allen ingenieurwissenschaftlichen Fächern ist
die Technische Mechanik bei weitem das unbe-
liebteste, zumindest an den meisten Universitäten.
Sie gilt als mathematisch knifflig, inhaltlich trocken
sowie von der Ausführung her altmodisch – eine
tödliche Kombination, was die Motivation von
Studierenden angeht! Ganz anders die Situation
jedoch an der Uni Ulm, denn hier wird die Tech-
nische Mechanik herangezogen, um scheinbare
Rätsel aus dem Alltag zu lösen. Warum platzt die
Wurst immer der Länge nach? Weshalb lässt sich
ein abgestandenes Bier am Verschwinden der
Bierkrone erkennen? Was hat das Splitterverhal-
ten eines Stücks Kreide mit der Unfallforschung
zu tun? Solche Fragen und viele mehr beantwor-
tet die Technische Mechanik mit der Hilfe eines
speziellen Rechenprinzips, das quasi das für uns
Außenstehende unsichtbare „Innenleben“ von
Materialien offenlegt. In diesem Vortrag erläutern
Ulmer Dozenten das verblüffend einfache Prin-
zip anhand von konkreten Beispielen und lüften
dadurch diverse Geheimnisse des Materialver-
haltens. Dabei darf das Publikum selber Hand
anlegen, um das Prinzip zu validieren! Wenn alles
klappt, dann ergattern die fleißigen Zuschauer
nicht nur obskures Alltagswissen, womit sie am
Stammtisch kräftig punkten können, sondern auch
einen tieferen Einblick in die pragmatisch-techni-
sche „Denkweise“, die für den andauernden Erfolg
der Ingenieurwissenschaften mitverantwortlich ist.