Projekt „Hy-FIVE“ zu Wasserstoff geht an den Start

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32 Mio. Euro Fördermittel für die Region – Uni Ulm ist dabei

Wasserstofftankstelle an der Universität Ulm (Foto: Heiko Grandel)

Am heutigen Montag, 4. Juli, fand in Schwäbisch-Gmünd der Kick-off für das Projekt "Hy-FIVE - Modellregion Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg" statt: Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft überreichte dem Projektkonsortium symbolisch die Fördersumme von insgesamt rund 32 Millionen Euro.

Die Fördermittel werden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und vom Land Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt. Ziel des Projekts Hy-FIVE ist die Erprobung einer Wasserstoffwirtschaft sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum. Dabei konzentrieren sich die Aktivitäten auf vier Leuchtturmprojekte, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis hin zur Nutzung in Industrie, Verkehr und Quartierslösungen abbildet. Ergänzt wird dies um eine Geschäftsstelle mit Sitz in Ulm, die für zentrale Aufgaben im Projekt eingerichtet wird und unter anderem Informationsveranstaltungen in den beteiligten Stadt- und Landkreisen organisieren wird.

Die Modellregion umfasst die Landkreise Reutlingen, Heidenheim und Tübingen, den Alb-Donau-Kreis, den Ostalbkreis sowie die Städte Schwäbisch Gmünd und Ulm. Daneben gehören dem Konsortium insgesamt 15 weitere Projektpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft an, die konkrete Projekte umsetzen. Dazu zählen der Aufbau von Elektrolyseuren zur Wasserstoffproduktion, Tankstelleninfrastruktur und Verteilsystemen ebenso wie der Aufbau einer Bildungsplattform für Weiterbildungsangebote, die Information der Bürgerschaft sowie von Unternehmen in der Region.

ZAWiW koordiniert Bürgerwissenschaften-Projekte

Am Projekt Hy-FIVE ist auch das Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm beteiligt. „Das Thema Transfer zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dazu gehören Ausgründungen von Start-ups aus Universitäten und Hochschulen sowie der Technologietransfer in Unternehmen – aber eben auch die Bürgerwissenschaften“, erklärt ZAWiW-Geschäftsführer Dr. Markus Marquard. Gemeinsame Forschung mit Bürgerinnen und Bürgern könne eine Bereicherung für alle Seiten sein. Beispielhaft dafür stehe das Projekt Hy-FIVE: „Das ZAWiW informiert nicht nur über grünen Wasserstoff; gemeinsam werden Potenziale für die Energiewende diskutiert. Außerdem sollen ehrenamtliche ,Wasserstoff-Lotsinnen und -Lotsen‘ qualifiziert werden,  die künftige Entwicklungen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern begleiten“, berichtet Marquard weiter.

Das Projekt Hy-FIVE wird im Zeitraum 2022 - 2027 gefördert. Im Anschluss muss sich das System wirtschaftlich selbst tragen. Die Vernetzung mit weiteren Partnern und Akteuren in der Region und darüber hinaus wird daher von Anfang an eine wichtige Rolle für den langfristigen Erfolg des Projekts spielen und ist bereits in vollem Gange.

Das Hy-FIVE-Konsortium umfasst 19 Mitglieder – darunter die Stadt Ulm, die SWU Energie GmbH, die Technische Hochschule Ulm sowie das Weiterbildungszentrum für innovative Energietechnologie (WBZU). Der Universität Ulm eng verbunden ist zudem das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

Zum Hintergrund
Insgesamt neun Projektskizzen hat das Umweltministerium auf seinen EFRE-Förderaufruf erhalten. Insgesamt stehen 47 Millionen Euro  an Fördermittel zur Verfügung. Gemeinsam mit einer Fachjury hat das Ministerium entschieden, dass folgende Modellregionen mit ihren Projektskizzen einen Antrag auf Förderung stellen dürfen:

  • HyFIVE – Wasserstoffwirtschaft im ländlichen und städtischen Raum
  • GeNeSiS – Wasserstoffpipeline entlang des Neckars
  • Wissenschaftliche Begleitung durch H2 Companion


Text: Stadt Ulm/Uni Ulm