Späte Ehrung für jüdischen Mediziner Hans Hirschfeld

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Stadt und Uni weihen feierlich neuen Platz ein

Hans Hirschfeld in Theresienstadt, 1943. Skizze von Max Plaček (1902–1944) mit Unterschrift von Hirschfeld. Die Porträtsammlung von namhaften Lagerinsassen wurde erstmals 1994 in einer Ausstellung im Yad Vashem, Jerusalem, gezeigt. Der Künstler Max Plaček wurde in Auschwitz ermordet. Quelle: Collection of the Yad Vashem Art Museum. Gift of Hermann Weiss, Courtesy of Stephen Barber, Canada

Am Montag, den 4. Oktober, um 16:00 Uhr wird auf dem Campus der Universität Ulm der Hans-Hirschfeld-Platz feierlich eingeweiht. Stadt, Land und Uni ehren gemeinsam den renommierten Mediziner Professor Hans Hirschfeld (1873 – 1944). Der jüdisch-stämmige Wissenschaftler war von den Nationalsozialisten mit seiner Ehefrau ins KZ Theresienstadt deportiert worden, wo er am 26.8.1944 ermordet wurde. Zuvor hatte er seine Lehrbefugnis und Zulassung als Arzt verloren. Nicht zuletzt aufgrund der aktiven Tilgung seiner wissenschaftlichen Verdienste und Publikationsleistungen – bei der auch der spätere Gründungsrektor der Universität Ulm eine wichtige Rolle gespielt hatte – gerieten Hans Hirschfeld und sein Beitrag zur medizinischen Forschung in Deutschland in Vergessenheit.
 
Eröffnet wird die Einweihungsfeier von Oberbürgermeister Gunter Czisch. Grußworte sprechen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Universitätspräsident Professor Michael Weber, der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Thomas Wirth, sowie Studierendenvertreter der Universität. Zu Gast sind zudem hochrangige Vertreter des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie Angehörige der Familie Hirschfeld, die ebenfalls bei der Feier zu Wort kommen werden. Der Hans-Hirschfeld-Platz ist Teil des neuen Kreisverkehrs bei der Einmündung des James-Franck-Rings in die Albert-Einstein-Allee. Eine von der Stadt dort installierte Stele weist auf den Namensgeber und seine wissenschaftlichen Verdienste hin.
 
Im Anschluss an die rund einstündige Einweihungsfeier wird im Forum der Universität Ulm (am Südeingang der Uni) eine Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) zu Hans Hirschfeld eröffnet. Begleitet wird der Gang durch die Ausstellung vom deutschen Medizinhistoriker Professor Peter Voswinckel, der sich im Namen der DGHO intensiv mit Hans Hirschfeld und den Schattenseiten dieser renommierten Fachgesellschaft auseinandergesetzt hat.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Peter Gierschik, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsklinikum Ulm, E-Mail: peter.gierschik(at)uni-ulm.de