Uni-Neurowissenschaftler in Leopoldina aufgenommen

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Prof. Tobias Böckers erhält Mitgliedsurkunde

Prof. Tobias Böckers (Mitte) erhält die Mitgliedsurkunde vom Präsidenten der Leopoldina, Prof. (ETHZ) Gerald Haug (l.), und der Generalsekretärin Franziska Hornig (Foto: Markus Scholz für die Leopoldina)

Der Leiter des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Universität Ulm, Professor Tobias Böckers, ist feierlich als neues Mitglied in die Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen worden. Der Neurowissenschaftler musste nach seiner Ernennung pandemiebedingt rund drei Jahre auf die offizielle Aufnahmezeremonie warten. Ebenfalls seit 2019 Mitglied der Leopoldina ist Professor Stefano Passerini. Der Batterieforscher leitet als stellvertretender Direktor das von der Universität mitgegründete Helmholtz-Institut Ulm.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften würdigt mit der Aufnahme die Verdienste von Professor Tobias Böckers um die Neurowissenschaften. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Informationsverarbeitung im zentralen Nervensystem als Grundlage für Lern- und Gedächtnisvorgänge. Im Fokus stehen dabei die postsynaptische Dichte (PSD) und die PSD-Proteine. Böckers untersucht auch die Rolle dieser Proteine bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz und Amyotrophe Lateralsklerose. Seit 2003 leitet Böckers an der Universität Ulm das Institut für Anatomie und Zellbiologie und er fungiert als Studiendekan Medizin. Außerdem ist er Leiter der Kooperationsgruppe „Translational Biochemistry“ am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Ulm.

Nach rund drei Jahren ohne eine offizielle Aufnahmefeier wurde Professor Tobias Böckers Mitte Juli die Mitgliedsurkunde übergeben. Die Laudationes für alle neuen Mitglieder hielt der Präsident der Leopoldina, Professor (ETHZ) Gerald Haug. Anlass war ein Abendvortrag der Klasse III, Medizin, am Sitz der Leopoldina in Halle an der Saale. „Ich freue mich außerordentlich über die Wahl in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Es ist eine Ehre, aber auch eine besondere Verantwortung, die Wissenschaft im Austausch mit Politik und Gesellschaft überzeugend zu vertreten“, so Professor Tobias Böckers anlässlich der offiziellen Urkundenübergabe.

Ein weiterer, der Universität Ulm eng verbundener Forscher, der wie Böckers bereits 2019 in die Leopoldina aufgenommen wurde, ist Professor Stefano Passerini. Der stellvertretende Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm (HIU) arbeitet an der Entwicklung von Materialien und Systemen für die elektrochemische Energiespeicherung. Gegründet wurde das HIU vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Universität Ulm mit assoziierten Partnern. Passerini ist der Klasse I, Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften, zugeteilt.

In der Leopoldina sind Böckers und Passerini in guter Gesellschaft: Die 1600 Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften leisten unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Die Expertinnen und Experten erarbeiten ehrenamtlich und ergebnisoffen interdisziplinäre Stellungnahmen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft in nahezu allen Forschungsbereichen – auch in internationalen Gremien. Gegründet wurde die Leopoldina im Jahr 1652; 2008 wurde sie zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt.

Text und Medienkontakt: Daniela Stang