UUG-Vortragsreihe – Wissen erleben

Video-Aufzeichnungen einzelner Vorträge können Sie sich hier anschauen (youTube).

Von Beton-Rissen bis Buddha-Bewusstsein – Wie Stochastik das Unsichtbare sichtbar macht
11. April 2026

34. Vortragsreihe der Ulmer Universitätsgesellschaft
11 Uhr
Studio der Sparkasse Ulm, Geschwister-Scholl-Platz 2, 89073 Ulm

Prof. Dr. rer. nat. Evgeny Spodarev
Direktor des Instituts für Stochastik
Universität Ulm

Von Beton-Rissen bis Buddha-Bewusstsein – Wie Stochastik das Unsichtbare sichtbar macht

Was haben Risse in Betonkonstruktionen und meditative Zustände tibetischer Mönche gemeinsam? Auf den ersten Blick – gar Nichts. Doch die Mathematik findet einen eleganten gemeinsamen Nenner: In beiden Fällen geht es darum, verborgene Strukturen und Zustandsänderungen in riesigen Datenmengen aufzuspüren.
Im ersten Teil des Vortrags wird gezeigt, wie moderne stochastische Verfahren Riss-Strukturen in gigantischen 3D-Computer-tomographie-Bildern von Beton erkennen können. Mit Hilfe von geometrischen Methoden und multiplen Hypothesentests werden aus Milliarden von Voxeln kritische Schadensmuster herausgefiltert – und das in nur wenigen Sekunden pro CT-Bild.
Der zweite Teil entführt in die faszinierende Welt der Gehirnforschung: Wie lassen sich neurologische Zustandsänderungen in EEG-Zeitreihen der Menschen mathematisch erfassen? Wie erkennt man z.B. Augenbewegungen oder Schlafphasen? Welche mathematischen Werkzeuge enthüllen die unterschiedlichen Bewusstseinszustände tibetischer Mönche während der Yoga-Tantra-Meditation?

 

Auf dem Weg zur nachhaltigen Batterie
18. April 2026

34. Vortragsreihe der Ulmer Universitätsgesellschaft
11 Uhr
Studio der Sparkasse Ulm, Geschwister-Scholl-Platz 2, 89073 Ulm

Prof. Birgit Esser
Institutsleiterin
Institut für Organische Chemie II und
Neue Materialien, Universität Ulm

Auf dem Weg zur nachhaltigen Batterie

Durch den Klimawandel nimmt der Bedarf an Speichertechnologien für nachhaltig erzeugte Energien zu. Als wiederaufladbare Batterie ist die Lithiumionenbatterie hier am stärksten vertreten, problematisch ist allerdings die geringe Nachhaltigkeit und Wiederverwertbarkeit der enthaltenen Materialien und Rohstoffe.
Organische Elektrodenmaterialien sind eine attraktive Alternative, da sie aus weit verfügbaren oder nachhaltigen Quellen herstellbar sind, geringe oder keine Toxizität aufweisen und für viele Batterietypen einsatzfähig sind. Sie sind insbesondere attraktive Kandidaten für sogenannte Post-Lithium-Batterien, die auf Shuttle-Ionen wie Magnesium, Calcium und Aluminium sowie Anionen beruhen. Der Vortrag wird einen Einblick in diese Thematik geben und neue Entwicklungen aufzeigen.

 

Prävention von Leukämien – ist das möglich?
25. April 2026

34. Vortragsreihe der Ulmer Universitätsgesellschaft
11 Uhr
Studio der Sparkasse Ulm, Geschwister-Scholl-Platz 2, 89073 Ulm

Prof. Dr. Miriam Erlacher
Ärztliche Direktorin der Klinik für Kinder- und
Jugendmedizin Ulm, Universitätsklinikum Ulm

Prävention von Leukämien – ist das möglich?

Leukämien entstehen – wie andere Krebserkrankungen – schrittweise über längere Zeit. Deshalb ist es denkbar, ihr Auftreten zu verhindern, wenn Vorstufen früh erkannt werden. Voraussetzung dafür ist ein tiefes Verständnis dieser Vorstufen. Besonders gut erforscht ist die Leukämie-Entstehung bei Menschen mit genetischer Veranlagung. Solche Prädispositionssyndrome sind selten, Betroffene brauchen lebenslange Betreuung, etwa durch regelmäßige Blut- und Knochenmarkuntersuchungen.
Wie lassen sich Leukämien vermeiden? Neben Stammzelltransplantation gibt es für wenige Erkrankungen eine Gentherapie. Auch hilft eine darwinistische Perspektive bei der Entwicklung neuer Behandlungen: Zufällig entstehende somatische Veränderungen können die Fitness von Blutzellen erhöhen und damit das Leukämie-Risiko steigern. Stark wirksame Veränderungen führen schnell zur Leukämie, schwächere können lange bestehen, ohne das Risiko zu erhöhen. Ziel ist es, solche schwächeren Veränderungen medikamentös nachzuahmen, damit eine frühe ungefährliche Vorstufe stabil bleibt. Dieses Wissen soll künftig Prävention und Therapie zufällig entstehender Leukämien verbessern.