UUG-Vortragsreihe – Wissen erleben

Folgende Termine sind für die Vorträge der 26. Vortragsreihe der Ulmer Universitätsgesellschaft eingeplant:

jeweils samstags um 11 Uhr im Studio der Sparkasse Ulm in der Neuen Mitte Ulm

23. November 2019   

07. Dezember 2019   

14. Dezember 2019  

Die seit Sommer 2010 durchgeführten Vorträge finden Sie hier

Video-Aufzeichnungen einzelner Vorträge können Sie sich hier anschauen (youTube).

„Alte Freunde“, Immunregulation und Stressresilienz
23. November 2019

Vortragsreihe der Ulmer Universitätsgesellschaft
11 Uhr
Studio der Sparkasse Ulm, Geschwister-Scholl-Platz 2, 89073 Ulm

„Alte Freunde“, Immunregulation und Stressresilienz

Prof. Dr. rer. nat. Stefan O. Reber

Direktor der Sektion Molekulare Psychosomatik
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Universitätsklinikum Ulm

Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass chronischer psychosozialer Stress einen wesentlichen Risikofaktor für die Entstehung vieler somatischer und affektiver Störungen darstellt, einschließlich chronischer entzündlicher Darmerkrankungen, Angst und Depressionserkrankungen, sowie der posttraumatischen Belastungsstörung. Die Mechanismen, die der Entstehung stressbedingter Erkrankungen zugrunde liegen, sind jedoch noch weitgehend unverstanden und die derzeitigen Behandlungs- und Präventionsstrategien sind unzureichend wirksam und zuverlässig.
In den vergangenen Jahren häuften sich jedoch die Hinweise darauf, dass eine stressassoziierte Immunaktivierung und die daraus resultierende chronische niedriggradige Entzündungsreaktion eine ursächliche Rolle bei der Entstehung dieser stressbedingten Erkrankungen spielen. Der Vortrag soll diese Thematik beleuchten und aufzeigen, dass der Anstieg der stressbedingten Erkrankungen, sowie der Immun(re)aktivität und des Entzündungsgeschehens in der heutigen modernen Gesellschaft zumindest teilweise dem verminderten Kontakt mit immunregulatorischen Mikroorganismen („Alte Freunde“) geschuldet ist. Darüber hinaus wird der künstlich herbeigeführte Kontakt mit Alten Freunden als vielversprechende Strategie zur Förderung der Stressresilienz und zur Vorbeugung/Behandlung chronischer stressbedingter Erkrankungen vorgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wunderwerk Bandscheibe und trotzdem Rückenschmerzen!?
7. Dezember 2019

Vortragsreihe der Ulmer Universitätsgesellschaft
11 Uhr
Studio der Sparkasse Ulm, Geschwister-Scholl-Platz 2, 89073 Ulm

Wunderwerk Bandscheibe und trotzdem Rückenschmerzen!?

Prof. Dr. Hans-Joachim Wilke 

Stv. Institutsdirektor, Dipl.-Ing.
Bereichsleiter Biomechanik der Wirbelsäule
Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik
Universität Ulm                   

Keine Erkrankung beeinträchtigt das Leben der Menschen weltweit mehr als Rückenschmerzen. Bandscheibenerkrankungen sind in 40% der Fälle für Rückenschmerzen verantwortlich. Davon sind 280 Millionen von Europäern betroffen; die volkswirtschaftlichen Kosten werden EU-weit auf jährlich ca. 240 Milliarden Euro geschätzt. Sie übersteigen damit die Kosten aller anderen Volkskrankheiten. Dabei sind die Bandscheiben ein „Wunderwerk der Natur“. Sie sind bezüglich der Struktur ganz vereinfacht mit einem Autoreifen vergleichbar, aber sie müssen den zehnfachen Druck aushalten und könnten nicht so einfach ersetzt werden. Erst schrittweise verstehen wir, wie sie funktionieren und warum sie versagen.
Während der letzten Jahrzehnte hat die Wirbelsäulenchirurgie große Fortschritte gemacht und immer mehr Implantate kommen zu Einsatz. Während bis vor einigen Jahren krankhaft veränderte oder verletzte Wirbelsäulenabschnitte häufig versteift wurden, sucht man heute auch nach Verfahren, die die Bewegung im betroffenen Segment erhalten. Große Hoffnungen werden für die Zukunft auf biologische Therapielösungen zur Regeneration der Bandscheibe gesetzt. Mit Hilfe der künstlichen Intelligenz wird versucht, zukünftig die entsprechenden Patienten für die richtige Therapie zu identifizieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiß, braun, beige – wie Fettzellen unsere Gesundheit beeinflussen
14. Dezember 2019

Vortragsreihe der Ulmer Universitätsgesellschaft
11 Uhr
Studio der Sparkasse Ulm, Geschwister-Scholl-Platz 2, 89073 Ulm

Weiß, braun, beige – wie Fettzellen unsere Gesundheit beeinflussen

Prof. Dr. Pamela Fischer-Posovszky

Heisenberg-Professur
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Ulm

Das weiße Fettgewebe ist das größte Energiereservoir des menschlichen Körpers. Es kann überschüssige Energie speichern und bei Bedarf wieder mobilisieren. Im Fettgewebe werden Hormone sowie Wachstums- und Entzündungsfaktoren produziert und in die Blutbahn freigesetzt. Über diese sogenannten Adipokine kommuniziert das Fettgewebe mit den anderen Organsystemen und kann beispielsweise dem Gehirn den Füllzustand der Fettspeicher und ein Sättigungssignal übermitteln.
Die Hauptaufgabe des braunen Fettgewebes liegt in der Produktion von Wärme. Beige Fettzellen entstehen bei chronischer Kälteexposition innerhalb des weißen Fettgewebes. Da braune und beige Fettzellen bei der Wärmeproduktion Energie verbrauchen und den Stoffwechsel positiv beeinflussen, stehen sie im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Übergewichtige haben weniger braunes Fett als schlanke Menschen – deshalb war schnell die Idee geboren, beige oder braune Fettzellen zu erzeugen, um einen Gewichtsverlust und metabolische Gesundheit zu erzielen. Im Vortrag wird auch erläutert, wie Übergewicht das Fettgewebe verändert und es dann zur Entstehung der typischen Begleiterkrankungen wie Diabetes kommt.